Chakra Yoga

Im Yoga, im Ayurveda, der traditionellen chinesischen Medizin, aber auch in alten Kampfkünsten und Heilpraktiken ist Energiearbeit Grundlage für ein gesundes Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele.

In der westlichen Welt wird der Begriff Energie meist in einem völlig anderen Kontext benutzt. Energieeffienz äußert sich in unserem Alltag eher im Energiesparmodus unseres Smartphones, mit unseren eigenen Kraftressourcen hingegen gehen wir meist sehr verschwenderisch um.

Das Chakrasystem im Yoga

Laut der Yoga Philosophie erstrecken sich entlang unserer Wirbelsäule sieben verschiedene Energiekanäle, jeder von ihnen mit einer bestimmten Aufgabe und unterschiedlichen Qualitäten.

Der fürsorgliche Umgang unserer Chakren führt zum Ausgleich unserer energetischen Ressourcen und letztlich des Potentials, das in uns steckt, um ein harmonisches Leben in Zufriedenheit mit uns selbst und äußeren Umständen zu führen.

Das Wurzelchakra steht für Erdung, Stabilität und Urvertrauen.

Lies mehr zur Funktion und Einzelheiten des Muladhara Chakras.

Starte deine Praxis in einem aufrechten Sitz. Kreuze die Beine über oder voreinander, sodass du dein Becken aufrichten und den Rücken dadurch mehr Stabilität und Länge geben kannst. Lege deine Handflächen als Zeichen der Erdung auf deinen Knien ab.

Schließe nun die Augen und entspanne Kopf, Kiefer und Gesicht. Achte bewusst auf deinen Atem und vertiefe die Atemzüge bis in den Beckenraum. Atme so tief, dass du mit jeder Einatmung mehr Länge im unteren Rücken und mit jeder Ausatmung mehr Erdung über das Becken verspüren kannst.

Nimm den Kontakt deiner Gesäßknochen am Boden wahr und stelle dir vor wie sich die Sitzbeinhöcker mit deiner Matte verwurzeln. Gebe dir dadurch das Gefühl von Erdung und Stabilität in deiner Haltung, die es dir ermöglicht über die Länge deiner Wirbelsäule hinauszuwachsen.

Öffne langsam die Auge und lege deine Fußsohlen aneinander, um in Baddha Konasana zukommen. Greife um die Außenkante deiner Füße und federe deine Knie sanft in Richtung Boden. Bleibe über das Becken geerdet und schaffe über die Öffnung deiner Hüften mehr Länge in deiner Wirbelsäule.

Das Svadhisthana Chakra steht für Sexualität und Kreativität. Durch die Öffnung unserer Hüften verbinden wir uns mit unserer natürlichen Schöpferkraft. Lies mehr über das Sakralchakra.

Schwinge die Beine nach hinten und komme in einen Vierfüßlerstand.

Senke deine Hüften und das Herz einatmend in Richtung Boden.


Runde mit der Ausamtung die Wirbelsäule. Ziehe dabei den Bauchnabel nach innen und den Beckenboden hoch.

Wiederhole diese Auf- und Abbewegung einige Male, um die Bauchmuskeln zu kontrahieren. Durch das Stimulieren der Körpermitte aktivieren wir Agni, das Verdauungsfeuer, welches für unser Kraftzentrum steht. Hier finden Stoffwechselprozesse statt – all das was unser Körper nutzt, um Dinge zu verarbeiten. Willenskraft und Transformation können dann am besten entstehen wenn wir uns bewusst mit unserer starken Körpermitte verbinden.

Bringe aus dem Vierfüßlerstand dein rechtes Bein nach vorne. Halte das Knie in einer Linie zu deinem Knöchel. Richte dich bei Becken begonnen in die Länge deiner Wirbelsäule auf.

Mit einer Einatmung strecke nun die Arme lang neben deine Ohren, um die Körpervorderseite zu dehnen. Schiebe dein Becken mit jeder Ausatmung weiter nach vorne und lehne dich

Um deinen unteren Rücken zu unterstützen halte auch in dieser Variante von Ardha Chandrasana (der Halbmond) deine Bandhas aktiv in dem du den Bauchnabel und Beckenboden sanft nach innen hebst.

Bleibe hier für einige Atemzüge, um Prana in dein Herzchakra zu lenken. Du wirst spüren wie sich der Raum um dein Herz mit jedem tiefen Atemzug vergrößert. Das Herzchakra steht für Offenheit und Toleranz – also den Voraussetzungen für ein offenes Herz und der Liebe anderen sowie dir selbst gegenüber. Lies mehr zum Anahata Chakra.

Für den Ausgleich beider Hüften, wiederhole auf der linken Seite.

Komme schließlich auf beide Knie, um dich dem Energiezentrum in deiner Kehle zu widmen. Das Vishuddha Chakra steht für Wahrheit, klaren Ausdruck und offene Kommunikation. Lies mehr zum Thema Kehlchakra.

Forme deine Hände zu Fäusten, um diese unterstützend an die Rückseite deines Becken zu bringen. Rolle die Schultern möglichst weit zurück, sodass du mehr Raum im Brustbereich schaffst.

Lehne dich nun langsam aus deiner Brustwirbelsäule zurück. Halte deine Hüften in einer Linie mit deinen Knien und deine Bandhas weiterhin gesetzt, um den unteren Rücken von innen heraus zu unterstützen. Atme lang und ruhig weiter.

Solltest du dich sicher in dieser Haltung fühlen kannst du den Kopf weiter zurück legen und Prana durch einen tiefen Atem höher in die Kehle lenken.


Um nach den zwei letzten Rückbeugen einen Auslgeich für den unteren Rücken zu schaffen, komme in Balasana – die Haltung des Kindes.

Bleibe hier für einige Atemzüge, um den Rücken zu entspannen.

Indem du die Schultern rund über die Knie sinken lässt können Schultern und oberer Rücken entspannen.

Lasse deine Stirn glatt am Boden glatter werden und lenke nun ganz bewusst die Aufmerksamkeit zu dem Punkt zwischen deinen Augenbrauen – dem Sitz deiner Intuition und des Stirn Chakras.

Das sogenannte “dritte Auge” ist das Tor zur inneren Weisheit, der Fähigkeit zu Visualisierung sowie dem intuitiven Wissen. Lies mehr zum Ajna Chakra.

Aus Balasana rolle dich Wirbel für Wirbel auf und komme vom Sitzen in eine Rückenlage. Mit geschlossenen Augen gehe mit deinem inneren Blick noch einmal alle Energiezentren durch so als würdest du eine Leiter hinauf wandern bis du vom Becken bis nach oben in deinem dritten Auge angekommen bist.

Entspanne nun in Shavasana, um wahrzunehmen wie der Energiefluss durch den Körper strömt. Nach einer Yogapraxis auf der Matte dient die Endentspannung dem bewussten Nachspüren in deinen Energiekörper.

Fotos aus:

Hatha Yoga – Das komplette Buch. Martina Mittag.

Erschienen: Mai 2018 im Meyer & Meyer Verlag.

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