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Faszien im Alltag: Warum Bewegung wichtiger ist als Sport

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Faszien sind überall und spielen für jede noch so kleine Bewegung unseres Körpers eine entscheidende Rolle. In jeder Sportart werden andere Bewegungsspielräume ausgeschöpft. Andere Bereiche des unglaublich umfassenden Fasziennetzwerkes geraten dabei in Vergessenheit bis hin zur totalen Vernachlässigung. Durch gezieltes Faszientraining oder aber durch ein gesundes Bewegungsspektrum im Alltag können Fehlbelastungen und chronische Schmerzen durch verhärtetes und verkommenes Gewebe aufgehoben werden.

Der menschliche Körper ist mit seinen über 650 Muskeln und einem Skelett von rund 200 Knochen ein wahres Bewegungswunder. Der Mensch klettert, schwimmt, läuft und er widmet sich umfangreichen Sportarten, wie Leichtathletik, Ballsport, Tanz oder Kampfkunst. Trotz dieses riesigen Spektrums an möglichen Bewegungsformen verharren die meisten in ihren gewohnten Haltungsmustern. Nicht nur Bewegungsmangel, sondern auch berufsbedingte Fehlhaltungen führen zu einer permanenten Vernachlässigung unzähliger Bereiche im Körper des einzelnen.

Kaum jemand kann nicht von Erfahrungen über Rückenschmerzen, chronischen Verspannungen oder Nackenbeschwerden sprechen. Rolfer, Massagetherapeuten und Akupunkteure sind sich schon lange einig: Durch bestimmte Techniken lassen sich über ganz bestimmte Punkte im Körper Blockaden manuell lösen. Doch wie kann man den Körper vor derartigen Schmerzen bewahren ohne ein Vermögen für derartige Therapien auszugeben?

Der Schlüssel zu einem faszienfreundlichen Alltag lautet: Bewegung. Und das nicht zwangsläufig im Sinne von Sport. Natürlich birgt jede Sportart seine ganz besonderen Vorteile. Während die meisten Kampfsportarten eine gewisse Beweglichkeit und ein schnelles Reaktionsvermögen voraussetzen, punkten Ballsportarten im Bereich Koordination und Ausdauer. Tanzen steigert die körperliche Geschmeidigkeit sowie das Taktgefühl und Geräteturnen fordert eine enorme Anspannung sämtlicher Muskelgruppen. All diese Aspekte werden insgesamt im Breitensport abgedeckt, doch kann keine einzelne Sportart alle faszialen Bewegungsspielräume des Körpers in einem ausgeglichenen Verhältnis bedienen.

Mehr zum Thema Faszien und ihrer Funktionen findest du hier >>> Fit mit Faszien.

 

Der Mix macht’s

Faszien lieben Bewegung und zwar möglichst vielfältig. Klassisches Muskelaufbautraining mag vielleicht die in der Badesaison beliebten Körperzonen trainieren, für ein ausgeglichenes Bewegungsverhältnis im komplexen Zusammenspiel faszialer Strukturen sorgt es allerdings nicht. Genauso verhält es sich mit den klassischen Fatburner Sportarten. Natürlich sind joggen und Step Aerobic nach wie vor ein hervorragendes Mittel, um Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel in Schwung zu bringen. Trotzdem wird auch hierbei nur ein ganz geringer Anteil aller Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers bedient.

Beim faszienorientierten Training werden für uns eigentlich ganz natürliche, aber schon wieder vergessene Bewegungen integriert. Oft wird dies in möglichst verspielter Form vermittelt, um nicht nur bewegungstechnisch, sondern auch mental das nie in uns gestorbene Kind hervorzuholen. Tatsächlich fällt es Kindern viel leichter sich instinktiv Bewegungen hinzugeben, die wir im Erwachsenenalter teilweise verlernt haben. Das dies ein Desaster ist zeigen spätestens die hohen Zahlen an Rückenschmerzen leidender Patienten westeuropäischer Arztpraxen. Bereits ab dem 30ten Lebensjahr braucht das fasziale Gewebe länger, um sich zu reproduzieren. Die einzige Möglichkeit diesem Prozess nachhaltig entgegenzuwirken ist ausreichende und vielfältige Bewegung. Mehr Infos zum Thema fasziales Training findest du hier >>> Faszio.

Doch wie integriere ich vielfältige Bewegung in den Alltag?

 

Tipps für einen faszienfreundlichen Alltag

Flexibel sein – du liebst deinen Sport und das sollst du auch weiterhin. Trotzdem sei hin und wieder auch mal offen für was neues. Suche dir Herausforderungen in einem Gebiet, das auf den ersten Blick vielleicht nicht so deinem Naturell entspricht. Das Schöne daran: Du gleichst Bewegungsdefizite deines Lieblingssports aus ohne dabei unter Leistungsdruck zu stehen. Überrasche deinen Körper mit neuen Bewegungen und – wer weiß – vielleicht auch dich selbst mit einer neuen Leidenschaft.

Tanzen – und damit sind keine spezifischen Tanzstile, wie Ballett, Folklore oder Paartanz gemeint. Vielmehr sollte freies Tanzen in den Alltag integriert werden. Einfach mal Abzappeln wenn keiner zuguckt oder am Wochenende öfter das Tanzbein schwingen anstatt sich auf das Sofa zu lümmeln. Das sorgt für gute Stimmung, Stressabbau und ein umfangreiches Bewegungspensum.

Kind sein – Wecke das Kind in dir. Das macht nicht nur mental jung, sondern lässt auch deine Faszien in vitaler Jugend erstrahlen. An der frischen Luft sein, Fangespielen mit Nichte, Enkelkind oder dem Nachbarshund – ganz egal: Vor allem dann wenn wir nicht zu viel über die eigenen Bewegungen nachdenken können wir mental loslassen und den Faszien die richtigen Signale senden. Immer beliebter werden auch die Outdoorfitnessgeräte an Spielplätzen, die vor allem auch ältere Menschen dazu anregen soll sich auf spielerische Art und Weise zu bewegen.

Abhängen– neue Erkenntnisse der Faszienforschung zeigen: Das mühselige Bestreben der Mutter dich mit geradem Rücken an den Essenstisch zu fesseln hat bedauerlicherweise nicht zu einer verbesserten Gewebestruktur beigetragen. Faszienexperten raten eher dazu, die Sitzposition möglichst oft zu wechseln und sich dabei auch gerne mal richtig “hinzulümmeln”, sodass jeweils bestimmte Teile des Gewebes entspannen können.

Yoga – die oftmals nach Verrenkungen aussehenden Haltungen im Hatha Yoga schrecken hierzulande viele ab. Tatsächlich sind die zunächst unnatürlich wirkenden Asanas aber der erste Schritt sich sowohl körperlich als mental aus der eigenen Komfortzone herauszulocken, um sich für neue Bewegungsformen zu öffnen und ein besseres Körperbewusstsein zu erlangen. Wichtig ist dabei, dass es beim Yoga kein Idealbild einer bestimmten Pose gibt. Im faszialen Sinne stehen das körperliche Wohlbefinden und das Durchbrechen festgefahrener Muster im Fokus.

Faszienorientiertes Training – auf Faszien spezialisierte Trainingskonzepte, wie FASZIO sind darauf ausgelegt dem menschlichen Körper das an Mobilität wiederzugeben, was er durch versteiftes Bewegungsverhalten vergessen hat. Die unterschiedlichen Konzepte sind inspiriert durch verschiedene Sportarten und reichen von schweißtreibenden Übungen im Stand über stabilisierende Kraft-Ausdauer-Einheiten mit Kleingeräten bis hin zu intensiven Dehnungs- und Entspannungselementen. Das abwechslungsreiche Faszientraining sollte als Ergänzung zum individuellen Sport genutzt werden, um den Körper nicht nur im Training, sondern auch im Alltag besser verstehen zu lernen.

 

abhängen

Rumhängen ist ab jetzt erlaubt. Die Faszien freuen sich drüber!

 

Mehr zum Thema Faszien, ihren Funktionen und konkrete Übungen für den Alltag findest du hier >>> Fit mit Faszien.

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